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Mittwoch, 25. Januar 2012

Geschichten aus dem femizentrierten Schulwesen IV

Es gibt Neuigkeiten von Herrn X. (wir erinnern uns).

Gestern kam eine Mitschülerin (nennen wir sie Susi) mit der ich auch privat befreundet bin, auf mich zu: "Maren, ich muß dir was erzählen!" 
Sie hat das Vergnügen Religion-GK bei Herrn X. zu haben, sie hatten eine Klausur geschrieben.
Sie war recht fix fertig und raus, aber Herr X. gab einer anderen aus dem Kurs seine Visitenkarte für Susi, mit der Bitte, sie möchte ihm ihre Handynummer geben. Da wohl im Vorfeld schon ab und an mal eindeutige Sprüche gefallen waren, ekelt sich Susi natürlich sehr und ist erstmal ratlos, weil Herr X. nicht grade den Ruf hat, besonders objektiv bei der Benotung zu sein. 

Eine weitere Schülerin ist dann dazugekommen, nennen wir sie Heidi.
Heidi fragt was los ist, wird kurz ins Bild gesetzt und sagt dann: "Ach ja, das hat der bei mir auch schon versucht." Lt. Heidi (die ich natürlich auch persönlich befragt hatte, investigativ und so) hatte er ihre Nummer erfragt, nachdem im Unterricht ein *scherzhaftes* "Wenn Sie diese Frage richtig beantworten, lade ich sie ins Kino ein." gefallen ist. Sie gibt sie ihm (wie willste auch sonst reagieren) und kriegt wenig später ein Gedicht per SMS, sie erinnere sich nicht mehr genau, aber irgendwas mit "Engelsgesicht" und so. So weit, so widerlich.

Wenig später fuhr sie auf Kursfahrt. Beim gemeinsamen Grillen mit den begleitenden Lehrkräften (u.a. auch der Vertrauenslehrerin) kommt das Gespräch auf Herrn X. ,der sowohl bei Schülern als auch Lehrern nicht soo sonderlich beliebt ist.
Sie erzählt von der SMS usw. und die Vertrauenslehrerin erzählt ihr, dass sie bereits 3 Schülerinnen mit demselben Problem hatte, und dass sie sich doch so schnell wie möglich an unseren Rektor Herrn Y. wenden solle.

Heidi tut das, Herr Y. sagt, er hätte Herrn X. bereits mehrfach (!!!) darauf angesprochen, aber er könne weiter nichts tun, weil wir ja erwachsen sind und unsere Nummern wenn freiwillig rausgeben. 
Hat er ja auch irgendwo recht. Nunja, er sagte aber bzgl. Notengebung hätte er ein Auge darauf und sie solle Bescheid geben, wenn noch was kommt. Kam aber nicht.

Das Problem bei Herrn X. ist nun, dass er ein kurz vor per Pensionierung stehender Beamter ist.
Kannze nich viel machen. Nur aussitzen.
Dazu kommt (und das hat er persönlich im Lateinunterricht erzählt, natürlich abstreitend), dass er von seiner vorherigen Schule (einem normalen Gymnasium) "geflogen" ist, weil er gegenüber einer Kollegin und einer Schülerin "verbal übergriffig" geworden ist. Na das kann ich mir ja nu gar nicht vorstellen....Aber dass dem das nicht peinlich ist... Ich würde mich in Grund und Boden schämen.

Ein ganz besonderes Geschmäckle geben dann auch die Zusatzinformationen, dass Herr X. (unter anderem) Lehrer für katholische Religion ist, und dass seine Frau Rektorin an einer Grundschule ist, also einen höheren Posten hat als er.

Merke: Alte Lustmolche sind IMMER widerlich und ich bin froh, dass ich nicht sein Typ bin. Vielleicht bin ich ja zu alt.

Montag, 7. November 2011

Geschichten aus dem femizentrierten Schulwesen III

Aaaargh! AAAAAARGH! Das kann ja wohl nicht wahr sein!
Jetzt treiben sich die blöden Maskus schon in meinem Alltagsleben rum!
Es wurde ein Maulwurf eingeschleust!!!!

Aber von Anfang: Mein entzückender Mitschüler S. (letztes Jahr Schülersprecher, dieses Jahr wiederholt er das 3. Semester, ist also in meinem Soziologiekurs) hat mich heute mal so richtig aufgeregt.

Wir hatten von unserem (ganz ironiefrei entzückenden) Oberindianer Herrn R. die feine Gruppenarbeit (yeah) bekommen, anhand einiger Quellen die Auswirkungen des demografischen Wandels, also der Überalterung Deutschlands, auf die verschiedenen gesellschaftlichen Subsysteme zusammenzutragen.

So weit, so unspannend.

Kollege S. hatte die Aufgabe (zusammen mit einem weiteren Herrn aus der Zielgruppe des Blogs "Venus küsst Amor"), das Subsystem Politik und Recht zu bearbeiten.

Fängt an und redet erstmal vom Pillenknick und der Frauenquote.
Konsternierte Gesichter allerorten, Herr R. läßt ihn aber erstmal weiterreden.

Nach einer Weile sagt er: "S., das ist nicht richtig, es ging um Wirkung, nicht Ursache"
S:"Aber warten Sie, es ist doch so, dass die Frauen statt Kinder zu bekommen, den Männern die Arbeit wegnehmen!"


Ich sag mir, Maren, sachse ma nix. Hast eh schon son komischen Ruf inner Schule.

Ich sitze also auf meinem Platz, versuche an mich zu halten (schwer, seeeeeeehr schwer) und blende deswegen einen Großteil des dünnpfiffigen Gelabers meiner beiden Mitschüler aus.
Kenn ich eh alles schon.

Auf einmal hebt Herr R. seine Stimme: "S., was sollen wir denn machen, sollen wir wieder Zustände einführen wie 1945? Mutterkreuze verteilen? Verhütungsmittel verbieten?
Also komm jetzt bitte zum Punkt"

S. natürlich schweeer beleidigt, das wenige was dann aber noch passte hat er dann auch abgeliefert, wurde alles besprochen. Die anderen Gruppen stellten dann ihre Ergebnisse vor.

Da S. auch noch direkt hinter mir sitzt, konnte ich dann aber sein zartes Stimmchen vernehmen, wie er abfällig zu seinem Jünger sagte:
"Hätten die alle Kinder gekriegt, ginge es uns jetzt gut."
Ich hatte selten so dermaßen das Bedürfnis, jemandem die Fresse zu polieren.
Hätte bei dem kleinen zarten Männlein wahrscheinlich auch gewonnen.
(Blöd ist der auch noch, ist auch bei mir in Bio. Selbst bei der xten Wiederholung verzweifelt er noch an der Meiose) 

Ok, und jetzt raus damit, wer wars? Roslin? Nee, zu alt. Sebamax? Nee, der schafft et nich in die Oberstufe. Terminatus? Ösi. RAUS DAMIT!

P.S. Meine anderen männlichen Mitschüler haben mich dagegen sehr stolz und froh gemacht, indem sie direkt das o.g. Video zitierten *g* Es gibt wohl noch Hoffnung.

Mittwoch, 14. September 2011

Geschichten aus dem femizentrierten Schulwesen II

Heute, Englisch LK, Erwachsenenbildung

Besprochener Satz:  
Girls are especially interested in games that require social skills

Frage: Was heisst social skills? Antwort: Soziale Kompetenzen.
Weitere Frage: Was sind soziale Kompetenzen (augenroll)

Mitschüler meldet sich und beantwortet: "Kochen, Kindererziehung und so."

Hilarity ensues.

Merke: Wenn irgendwo im Satz eine Geschlechtsbezeichnung vorkommt, ist das IMMER eine Aufforderung, wild Rollenklischees von sich zu geben.

Ham wa wieder was gelernt.